
Departement für Architektur der
ETH Zürich (Hrsg.)
Frage von J. Christiph Bürkle an Luigi Snozzi:
„Woran liegt es, dass Sie keine Projekte für Locarno realisiert haben?“
Luigi Snozzi:
„Nur wenige Projekte habe ich für die Stadt geplant, wie das schon erwähnte Beispiel der Neugestaltung der Piazza Grande, und diese wurden nicht angenommen. Jedes Jahr ist es wiederholt ein Thema in allen Zeitungen: Die Piazza sollte endlich neu strukturiert werden.
Alle sprechen sich für meinen Entwurf aus, aber es bewegt sich nichts. Es gab auch ein Projekt für das Gemeindehaus von Locarno an der Piazza. Ich wurde aufgefordert, auch hierfür einen Entwurf zu liefern.
Bis heute hat die Stadt mir jedoch nicht einmal das Honorar für die Planung zur Umgestaltung der Pizza bezahlt. Darum habe ich zum Bürgermeister gesagt: ‚Gut, Sie wollen diese 25000 Franken nicht zahlen. Ich gebe Ihnen zwei Möglichkeiten: Entweder Sie zahlen die Summe oder Sie laden mich zu einem Kaffee Crème für zwei Franken ein und ich ziehe mich zurück.’
Er hat beides nicht gemacht.“
Mit diesen Worten des etwas knorrig und kauzig wirkenden Luigi Snozzi auf den ersten Seiten des Buches beginnt ein innovatives und außergewöhnliches Werk über Architektur und Architekturtheorie.
Die wichtigsten Schweizer Architektinnen und Architekten, darunter so bekannte Namen wie Luigi Snozzi, Mario Botta, Jacques Herzog und Pierre de Meuron, werden von kompetenten Interviewpartnern zu ihrer Architekturphilosophie und Arbeit befragt, und die Antworten sind erfrischend ehrlich, manchmal erheiternd, manchmal überraschend, aber immer auch sachlich und kompetent und es macht einfach Spaß das alles zu lesen.
Nebenbei erfährt man auch eine Menge über Architektur und Architekturauffassungen und die alltäglichen und profanen Probleme, welche die Umsetzung der Ideen oft so schwierig und kompliziert machen.
Es sind unzählige Bücher zum Thema Architektur und Architekturtheorie erschienen, aber ich kann mich an kein Buch erinnern, welches diese Themen auf diese Art und Weise, locker, informativ, unterhaltsam und mit derartiger Tiefe behandelt hat.
Auch die beiden Architekten Piet und Wim Eckert werden interviewt.
Viele Studierende an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) werden sich noch an die beiden Architekten erinnern, hatten sie doch von 2009 bis 2011 eine Gastprofessur für Architektur und nachhaltiges Bauen an der HCU inne. Sie äußern sich im Buch über Strategien der Hybridisierung.
Herausgegeben wurde diese sehr schön und ruhig gestaltete Publikation mit den außergewöhnlichen Bildern in Kooperation mit dem Departement für Architektur der ETH Zürich und dem Niggli Verlag.
Das Buch sollte Pflichtlektüre aller Studierenden der Studiengänge Architektur, Stadtplanung und Urban Design an der HCU werden.
Alfred G. Fischer
Architekt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter
blueBOX
03. Februar 2012
Architekturdialoge
Positionen – Projekte – Visionen
Marc Angélil, Jørg Himmelreich,
Departement für Architektur der
ETH Zürich (Hrsg.)
628 Seiten, über 180 Abbildungen,
Format 14 x 22 cm,
Freirückenbroschur, deutsch,
€ 62,00 | CHF 78,00
ISBN 978-3-7212-0801-6
Verlag Niggli AG
Steinackerstrasse 8
CH-8583 Sulgen
Telefon +41 (0)71 644 91 11
Fax +41 (0)71 644 91 90
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